"Scheinselbständigkeit"

Das Thema Scheinselbständigkeit steht nach einigen Jahren wieder im Fokus der Deutschen Rentenversicherung. Zudem entschließen sich immer mehr Unternehmen, Dienste auf andere zu übertragen (Outsourcing). Dies wird auch durch die Einführung des Mindestlohns befördert, denn für Selbständige gilt ein Mindestlohn nicht.

 

Viele Personen, die bisher als Arbeitnehmer tätig waren, werden - müssen - sich nun selbständig machen. Viele Unternehmen werden Aufgaben Selbständigen übertragen. Aber die Deutsche Rentenversicherung prüft genau, ob diese Personen tatsächlich selbständig tätig sind oder doch eher als Arbeitnehmer (scheinselbständig).

 

Die Folgen können vor allem für die Unternehmen unangenehm sein, wenn die gesamten Sozialversicherungsbeiträge nachgezahlt werden müssen. Um dies einmal zu verdeutlichen:

 

Bei einer Person, die EUR 3.000 monatlich als Vergütung (ggf. zzgl. Mehrwertsteuer) erhalten hat, fallen monatlich ca. EUR 1.400,00 an Sozialversicherungsbeiträgen (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) an. Sozialversicherungsbeiträge können für bis zu fünf Jahre rückwirkend nachverlangt werden. Das Risiko, rückwirkend als „scheinselbständig“ beurteilt zu werden, beträgt für das Unternehmen also ca. EUR 84.000.

 

Bedeutsam ist dies für Vermittler vor allem, wenn sie eine Basisrente (Rürup-Rente) vermittelt haben. Immerhin ist dies für Selbständige eine sinnvolle Möglichkeit für ihre persönliche Altersversorgung.

 

Auch Arbeitnehmer können eine Basisrente abschließen. Jedoch ist der Steuervorteil für diese nicht so hoch, denn bei der Rürup-Rente für Arbeitnehmer werden vom Höchstförderbetrag noch die Beiträge abgezogen, die sie im Laufe des Jahres in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

 

Würden z.B. im Laufe des Jahres EUR 10.000,00 in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt, wird dieser Betrag von den maximal abzugsfähigen Sonderausgaben (80% aus EUR 20.000 für Ledige und EUR 40.000 für gemeinschaftlich veranlagte Verheiratete) abgezogen.

 

Sollte also ein Selbständiger nachträglich als Arbeitnehmer qualifiziert werden und sollte er deshalb steuerliche Nachteile in Kauf nehmen müssen, können Sie sicher sein, dass Sie mit diesem Problem befasst werden. Man könnte auch hier wieder sagen: Im Zweifel landet das Problem sowieso auf Ihrem Schreibtisch, auch wenn Sie nicht dafür verantwortlich sind.

 

Was also sollten Sie den Selbständigen raten?

 

Prüfen Sie die rechtlichen Voraussetzungen

  • Erfüllen Sie alle Voraussetzungen im konkreten Auftragsverhältnis?
  • Gibt es korrekte Dienst- oder Werkverträge?
  • Wird dieser korrekte Vertrag auch entsprechend gelebt?
  • Erfüllt der Selbständige selbst die rechtlichen Voraussetzungen für die Selbständigkeit?

 

Viele Selbständige kennen diese rechtlichen Notwendigkeiten nicht. Auch viele Steuerberater können hier nicht helfen - immerhin handelt es sich dabei auch nicht um ein steuerliches Thema.

 

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Hier finden Sie unsere Checkliste. Sprechen Sie uns ggf. an.

 

KLEFFNER Rechtsanwälte

Markus Kleffner